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Mittwoch, 28. September 2011

Abschied von Frau Dr. Dohmes, Frau Dr. Neitzel und Herrn Dr. Rieske:

 „Es ist ein Privileg, diese jungen Menschen unterrichten zu dürfen“, so Dr. Gabriele Dohmes, seit 28 Jahren Lehrerin der Liebfrauenschule Bonn, Verwaltungsdirektorin und vor Jahren auch kommissarische stellvertretende  Schulleiterin. „Diese Schule ist meine Schule“, kann Gabriele Dohmes zu Recht sagen. Wer Frau Dohmes´ Unterricht kennt, ist bestens vorbereitet auf wissenschaftliches Arbeiten an der Universität, weiß aber auch, dass es Freude macht zu forschen und präzise zu arbeiten.

Aufgewachsen ist die begeisterte Lehrerin in Altenberg, im Bergischen Land. Nach dem Studium der Ernährungslehre und der Biologie arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität. Seit 1983 übernahm sie an „ihrer“ Schule zahlreiche Aufgaben, etwa die Arbeit am Stundenplan und die Organisation von Studienfahrten und Exkursionen. Außerdem war sie  viele Jahre lang Ausbildungskoordinatorin für die Referendare an der Schule. Sie ist eine Lehrerin, deren Fachkenntnis und Herzlichkeit die Schülerinnen und Kollegen überzeugt und ihnen in Erinnerung bleibt, die viele Jahrgänge von Ökotrophologen und Biologen fördernd und fordernd geprägt hat.

Wenn Dr. Susanne Neitzel mittags das Lehrerzimmer der Liebfrauenschule betrat, hatte sie nicht selten ein Lächeln im Gesicht: Soeben hatte sie einen lateinischen oder griechischen Text studiert, der sie noch beschäftigte. Im Silentium, der Hausaufgabenbetreuung, in dem sie mittags und nachmittags die Lateinschülerinnen betreute, waren ihre Antworten und Lösungen anders gefragt. Was Frau Dr. Neitzel sagte, war präzise und richtig. Oft entwarf sie Zusatzaufgaben und Übungsblätter, immer wieder erklärte sie geduldig den ACI und lateinische Satzkonstruktionen.

Wahrscheinlich hätte Susanne Neitzel außer Griechisch und Latein auch Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte unterrichten können, denn dies waren ihre Studienfächer in Freiburg, Würzburg, Hamburg und Bonn. Nach einem Lehrauftrag an der Universität Bonn übernahm sie neben der Arbeit im Silentium ab 2001 zusätzlich Lateinunterricht im Vormittagsbereich und bereicherte die Arbeit der Fachschaft Latein. Vielleicht wird sie im verdienten Ruhestand noch eine neue Sprache lernen.

Auf die Frage, was ihm denn nach sechs Jahren an der  Liebfrauenschule Bonn beim Abschied durch den Kopf gehe, antwortet Dr. Uwe Rieske am Freitag, dem 22.07.2011, nachdenklich: „Es hat mir unglaublich viel Freude gemacht, an der Liebfrauenschule zu unterrichten.“ Vor allem schätze er die hohe Achtsamkeit im Umgang miteinander, die stete Verlässlichkeit der KollegInnen und Schülerinnen.

Seit der Habilitation über Luthers Versöhnungslehre 1998 lehrte der fünffache Vater Evangelische Theologie und ihre Didaktik an den Universitäten Aachen, Köln, Gießen, Hamburg und Frankfurt, gehörte dem Vorstand der Luthergesellschaft an und arbeitete als Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen und im Kirchenkreis Bonn.

Seit 2005 erteilte er Evangelische Religionslehre an dem Erzbischöflichen Mädchengymnasium, prägte dort das ökumenische Miteinander umsichtig und vielfältig. „In jedem Projekt gilt es etwas zu entdecken“, formuliert Rieske, der an der Liebfrauenschule ein Filmprojekt und ein Hörspiel zum Erfolg führte. Dankbar sind alle für seine Arbeit als Lehrerratsvorsitzender und für den Aufbau des schulischen Kriseninterventionsteams, bei dessen Konzeption er immer die Schülerinnen im Blick behielt. Er verlässt die Schule, um für die evangelische Kirche  als Landespfarrer in Nordrhein-Westfalen die Notfallseelsorge und Krisenintervention zu versehen.

Die Liebfrauenschule bedankte sich bei den drei verdienten Kollegen mit einem großartigen Konzert am 19. Juli 2011.

Bettina Laube-Bruchhausen