Festliche Einstimmung auf den Advent

Redaktion Aktuell

„Only heavenly music“: Trefflicher als mit dem Titel von Karl Jenkins‘ Chorstück lässt sich das Adventskonzert der Liebfrauenschule am 2. Dezember 2018 nicht umschreiben. Virtuos präsentierten die Schülerinnen, Lehrer und Eltern unserer Schulgemeinde ein breitgefächertes Repertoire älterer und neuer Musik und versetzten die Besucher der voll besetzten Kirche St. Maria Magdalena in Bonn-Endenich in vorweihnachtliche Stimmung. Der Auftakt des Konzerts gestaltete sich mit Johann Sebastian Bachs Kantate 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“, dargeboten vom Orchester und dem Mädchenchor der Klassen 8-11, traditionell. Die Uraufführung der Kantate fiel auf den 2. Dezember 1714, den ersten Adventssonntag jenes Jahres. Somit konnte kaum ein passenderes Werk für den Auftakt des Konzerts gewählt werden. Im Eingangschor, in Form einer frz. Ouvertüre komponiert mit langsamem Beginn und Ende sowie schnellem Mittelteil, erklingt die erste Strophe des Lutherischen Chorals. Die Kantate verbindet Motive vom Einzug Jesu in Jerusalem und seiner Wiederkunft mit der Bitte um Jesu Einzug in das Herz des Gläubigen. Das Anklopfen Jesu an die Herzenstür wird hörbar in dem kurzen Bassrezitativ, quasi die Stimme Jesu, gesungen von Michael Köster. Hier setzt das Pizzicato der Streicher lautmalerisch das Pochen an der Tür um. Die Antwort darauf („Öffne Dich, mein ganzes Herze“) erklingt in einer Sopranarie, diese mit klarer Tongebung gesungen von Christine Heßeler, nur begleitet mit dem Basso Continuo. Am Solocello überzeugte Sebastian Fasolag. Die Kantate endet mit dem Schlusschoral und seiner Bitte um den Einzug Jesu in das eigene Leben.

Von Christian Ludwig Boxberg erklang im Anschluss nur von den Mädchen der 6. und 7. Klassen die Komposition „Machet die Tore weit“. Eindrucksvoll bewiesen sie hierbei schon ihre Klangqualitäten.

Mit den Stücken „Ave Maria“ und „Veni Redemptor Gentium“ von Christine Tabea Heßeler aus dem Jahr 2018 setzte der Mädchenchor der Klassen 6 und 7 zeitgenössische Akzente. Heßeler, ehemalige Schülerin der Liebfrauenschule und Gesangslehrerin im „Forum Musicale“, kennt die stimmlichen Qualitäten der Mädchen genau und konnte deshalb ihre Kompositionen auf sie abstimmen. Dabei war ihr die möglichst genaue Umsetzung des Textes in Musik besonders wichtig. Diese umfasst verschiedene Stilrichtungen, die von den Mädchen sehr gut erfasst                                                                                                                      und umgesetzt wurden.

Kernstück des Adventskonzertes war das Weihnachtsoratorium „Stella natalis“ (Stern der Geburt) von Karl Jenkins, aufgeführt vom Orchester sowie dem Schülerinnen-Eltern-Lehrer-Chor. Karl Jenkins ist einer der bekanntesten englischen Komponisten der Gegenwart. Er ist mit vielen Musikgenres vertraut, insbesondere dem Jazz-Rock gehört seine Vorliebe. Er komponierte viel für Funk und Fernsehen, aber auch für das London Symphony Orchestra und die königliche Familie. Neben geistlichen Werken zählen auch Instrumentalkonzerte und Vokalwerke zu seinen Kompositionen.

„Stella Natalis“ ist ein Werk in 12 Sätzen, in dem mit Worten aus den Psalmen bis hin zu neu gedichteten Texten seiner Frau Carol Barrat (ebenfalls eine Musikerin) verschiedene Aspekte der Weihnachtszeit aufgezeigt werden. Die einzelnen Sätze leben musikalisch von prägnanten Motiven und weisen in der Regel eine feste und leicht einprägsame Struktur mit einer ganz spezifischen Klangfarbe auf. Für den Chor ergeben sich z.T. höchste Ansprüche bei der Umsetzung von Melodie und Text, denen die Sängerinnen und Sänger aber in jeder Beziehung gerecht wurden. Hochvirtuos in einigen Nummern ist der Einsatz der Solo-Trompete (Matthias Heßeler) und des Xylophons.

Mit beeindruckender Leichtigkeit gelang es den jüngeren und älteren Musikerinnen und Musikern, Sängerinnen und Sängern, das anspruchsvolle Programm professionell zur Aufführung zu bringen. Um es einmal mehr mit Jenkins zu formulieren: An diesem grauen Dezembersonntag wirkte die dargebotene Musik tatsächlich „like a ray of sunshine in the soul“.