Zero Waste & No Plastic

Zero Waste & No Plastic ist eine im Jahr 2016 gegründete Initiative, die sich gegen Umweltverschmutzung einsetzt und dafür den Weg über die Bildung wählt. In vier Seminaren von der Klassenstufe 3 bis zur Klassenstufe 10 bilden wir SchülerInnen auf der Grundlage unserer Forschungsarbeit beim WWF 2°Campus und dem hieraus eigenständig konzipierten didaktischen Konzept zu Umweltscouts aus. Wir wollen informieren, motivieren und aktivieren!

Wir stehen im 21. Jh. vor weitreichenden ökologischen Herausforderungen: der Klimawandel, die Biodiversitätskrise, die zunehmende Eutrophierung der Gewässer und die allgemein steigende Verschmutzung und Vergiftung unserer Umwelt. Ein wichtiger Faktor, der gerade in der letzten Zeit zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit gerät, ist dabei ist die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik. Bilder von Plastik-Müllteppichen und Müllstrudeln in den Ozeanen werden in den Medien immer präsenter.

Unser Projekt stellt einen Beitrag zur Umweltbildung dar. Wir wollen SchülerInnen dazu befähigen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik und anderen Erdölprodukten erlernen und als Multiplikatoren in ihrem persönlichen Umfeld zu wirken. Das kann in der Familie,  im Freundeskreis oder aber auch in der Schule sein.

Wir wollen informieren, motivieren und aktivieren!

Fee-Aurora Winkler und Hannah Bornemann haben das Projekt im Dezember 2016 gegründet. Im Mai 2017 wurden wir mit dem Jugendpreis für engagierte Querdenker der evangelischen Akademie der Pfalz ausgezeichnet und haben beim Publikumspreis des deutschen Engagementpreises den 86. von 650 Plätzen belegt.

Unterstützt werden wir durch Herrn Prof. Dr. Frank Rösl vom deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) Heidelberg und durch Frau Dr. Barbara Busert, Lehrbeauftragte für Biologie an der Universität Bonn und Lehrerin an der Liebfrauenschule Bonn.

© Kolping/Barbara Bechtloff

Unsere Seminare bieten SchülerInnen die Chance, sukzessiv ein kritisches Bewusstsein für die Problematik Plastik zu entwickeln. Altersangemessene Zugangsweisen ermöglichen dabei zunehmend komplexere Fragestellungen. Durch die Loslösung vom eigentlichen (Fach)Unterricht  und der Erzeugung eines eigenen Lernkontextes lässt sich in besonderer Weise  Interesse wecken. Daneben werden ebenfalls altersangemessen Kompetenzen zur wissenschaftlichen Arbeit vermittelt. Unsere ausgebildeten Umweltscouts haben zudem die Möglichkeit, sich mit den Absolventen unseres tansanischen Partnerprojektes Taka Waka (das ist Kisuaheli, und bedeutet in etwa kein Müll) vernetzen.

Wir bieten vier verschiedene Seminare in vier verschiedenen Altersstufen an. Im Modul I für die 3. und 4. Klassenstufe erarbeiten wir mit den SchülerInnen die Problematik im Zusammenhang  von Müll im Meer, wir mikroskopieren gemeinsam und entwickeln konkrete Lösungsvorschläge. Im Modul II für die 5. und 6. Klassenstufe setzen sich die SchülerInnen mit dem Thematik der Erdölherstellung und den Wegen der Emission auseinander. Am Ende schließen auch sie eine Selbstverpflichtungserklärung ab und planen ein Klassenprojekt. Die Siebt- und Achtklässler beschäftigen sich in Modul III mit dem Thema Mikroplastik im Körper. Dabei sollen die SchülerInnen Projekte in Kleingruppen planen diese umsetzen. Die SchülerInnen der 9. Und 10. Klassenstufe (in NRW die Stufe  EF) entwickeln eigene Zukunftsvisionen zum plastikfreien Konsum und testen in einem Selbstversuch, wie sich plastikfreier Konsum in der Praxis realisieren lässt. Die Frage nach der eigenen Verantwortung ist in die Betrachtung der Frage der globalen Klima- und Umweltgerechtigkeit eingebettet.

Nach Abschluss der Seminare sollen die SchülerInnen als ausgebildeten Umweltscouts einen aktiven Beitrag gegen den Klimawandel und die globale Verschmutzung leisten. Wir setzen dabei auf das Prinzip Schüler bilden Schüler und werden mit unseren Scouts weitere Schüler ausbilden.  Dadurch erhoffen wir uns einen Schneeballeffekt. Durch den Erfahrungsaustausch zwischen den Alumnis und mit den Absolventen des Jugendbildungsprojektes Taka Waka erreichen wir eine gute Basis für spätere Projekte. Besonders für ältere SchülerInnen ist der Austausch mit den tansanischen SchülerInnen von hohem Mehrwert. Die Bedeutung von Themen wie Klimagerechtigkeit und Umweltgerechtigkeit werden so direkt erfahrbar.

Unsere Seminare sind so angelegt, dass sie neben dem notwendigen Input an Sachinformationen handlungsorientiert sind und einen großen Praxis-Anteil enthalten. Wir möchten, dass die SchülerInnen selbstständig möglichst viele und vielfältige Erfahrungen machen und die Workshops nicht zuletzt dadurch Abwechslung zum Schulalltag bieten. Durch den Spaß, den die SchülerInnen während der Workshops erfahren, sollen sie motiviert werden, sich auch über die Workshops hinaus aktiv einzusetzen.

Deshalb legen wir einen besonders starken Fokus auf das Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten und –wegen. Wir wollen den SchülerInnen konkrete Handlungsideen, auch für ihren Alltag, mit auf den Weg geben, damit sie in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft aktiv werden.  Wir sind überzeugt davon, dass Gesellschaften sich durch positive, optimistische und visionäre Erzählungen und Vorbilder transformieren lassen. Ein ständiges Repetieren der Probleme und die Beschränkung auf ein andauerndes Wiedergeben von Daten führen dagegen zu einem lähmenden Fatalismus.

Die sich entwickelnde Motivation der SchülerInnen, ihre Zukunft jetzt in ihre eigene Hand zu nehmen, haben wir bei vergangenen Workshops bereits erfahren. Es wurden sehr ambitionierte Selbstverpflichtungen abgeschlossen und viele Ideen zur Durchführung von Aktionen innerhalb und außerhalb der Klassen entwickelt. Die Vorschläge weisen ein hohes Maß an Diskursivität auf und reichen von der Idee, ein Lied zu schreiben und dieses bei Schulveranstaltungen aufführen, über Petitionen, Plakate, Artikel, Podcasts und Videos bis hin  zu Wettläufen im Mülleinsammeln und Zero Waste Wochen in ihren Schulen. Wir sind gespannt auf mehr!

Vor den Sommerferien werden wir das Modul II mit den fünften Klassen der LFS durchführen. Wir freuen uns schon auf interessante Diskussionen und hoffen, dass es den Schülerinnen so viel Freude machen wird, wie uns sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen und sich für eine bessere Zukunft zu engagieren!

Kontakt:

Fee-Aurora Winkler und Hannah Bornemann (Initiatorinnen)

zerowaste.noplastic@web.de