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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Ancenis

Ancenis-Austausch 2011 (6. bis 15. April)

Am Mittwoch den 06.04 ging es für uns los nach Ancenis. Manche waren sicher aufgeregt, ihre Familie kennen zu lernen, oder sie freuten sich einfach, ihre Austauschpartner/in wiederzusehen. Nachdem wir neun Tage mit ihnen in Bonn verbringen durften, standen uns jetzt neun weitere Tage in Ancenis bevor. Ancenis ist eine kleine, aber gemütliche Gemeinde mit ca. 7.450 Einwohnern, die im Westen Frankreichs zwischen Angers und Nantes liegt.

Als wir abends ankamen, haben wir uns über das schöne Wetter gefreut, und das hielt auch weitere Tage so an. Am Donnerstag war dann unser erster richtiger Tag in dem Ort. Natürlich haben wir uns erst einmal über unsere Gastfamilien ausgetauscht, und dabei war zu merken, dass sich die meisten doch sehr wohl fühlten. Die Lehrer und der Direktor begrüßten uns auch sehr freundlich und wir bekamen an diesem Tag eine kleine Schulführung. Dabei haben wir uns z.B. eine Schulklasse, die Kapelle, die Turnhalle und auch die Bibliothek angeschaut. Dort kann man in der Pause seine Schulaufgaben erledigen, die man zu Hause nicht mehr schaffen konnte. In Frankreich sieht der Schultag nämlich etwas anders aus als bei uns: Oft haben die Schüler bis 16 oder 18 Uhr Schule, dann noch die lange Busfahrt bei manchen. Da ist man dann oft erst abends wieder zu Hause. Deswegen ist es für die Schüler gar nicht anders möglich, als ihre Aufgaben zum Teil in der Bibliothek zu erledigen.

Das Collège/Lycée St. Joseph ist eine sehr große und schöne Schule, mit einer großen Anzahl von Schülern und Schülerinnen.

An diesem Tag haben wir uns noch die kleine Innenstadt von Ancenis angeschaut, wurden vom Bürgermeister herzlich empfangen und konnten bei einer Stadtrallye den Ort besser kennen lernen.

Am Freitag haben wir Nantes besucht, was uns große Einkaufsmöglichkeiten bot. Jedoch haben wir uns nicht nur die Innenstadt von Nantes angeschaut, sondern unter anderem auch das „Château des ducs de Bretagne“, eine sehr weitläufige und eindrucksvolle Schlossanlage in Nantes. Sehenswert sind außerdem noch die Kathedrale von Nantes und die unzähligen Einkaufsstraßen, wie die historische „Passage Pommeraye“.

Das Wochenende haben wir dann in der Familie verbracht. Manche haben große Ausflüge gemacht, sind ans Meer gefahren oder haben sogar Paris besichtigt, Einige haben sich mit anderen Franzosen und deren Austauschpartnerinnen getroffen. Als die nächste Woche anbrach, konnten wir uns viel über unsere Eindrücke des französischen Lebens austauschen. Mein Wochenende war sehr schön, zwar habe ich keine Ausflüge unternommen, aber ich konnte viel Zeit auch mit meinen Freunden verbringen und die Familie besser kennen lernen.

In den darauf folgenden Tagen hatten wir ein abwechslungsreiches Programm. Wir besuchten Angers oder auch das „Château de Brissac“, ein sehr eindrucksvolles Schloss mit einer tollen Anlage, in dem sicher einige von uns gerne leben würden.

Natürlich gibt es in Frankreich auch andere Essgewohnheiten. Sehr beliebt sind Austern, welche wir in Angers probieren durften. Manche waren anfangs etwas zögerlich, aber wenn man sich darauf einlässt und auch mal etwas probiert, dann kommt man leicht auf den Geschmack.

Am Dienstag war dann für mich der Höhepunkt der Woche, da wir endlich ans Meer fuhren. Davor besuchten wir noch die Salzfelder in Guérande, wo wir in einer Führung alles gezeigt bekamen. An der „Côte sauvage“ konnten wir alle entspannen und die herrliche Aussicht auf das Meer genießen.

Die Woche ging weiter und wir besichtigten noch das Vogelschutzgebiet im „Marais de Gré“ und den botanischen Freizeitpark „Terra botanica“ in Angers. In Terra botanica gab es äußerst viel zu sehen und es war auch ein guter Ort zum Entspannen.

Dann ging die Woche auch schon dem Ende zu. Es waren neun sehr eindrucksvolle Tage, die uns für immer in Erinnerung bleiben. Obwohl es manchmal Schwierigkeiten gab, sich mit den Franzosen zu verständigen, zeigte sich doch, dass es möglich ist, Freundschaften zu schließen. Der Abschied war sehr schwer und tränenreich, aber wenn man auf eine so schöne Zeit zurück blicken kann, dann ist es den schweren Abschied wert.

 

Ancenis 2009

In diesem Jahr  besteht der Austausch mit dem Collège/Lycée St. Joseph in Ancenis (im Departement Loire-Atlantique) schon seit 30 Jahren. Bei der Partnerschule handelt es sich um eine gemischte Schule, jedoch kann bei der Anmeldung angegeben werden, ob man ein Mädchen oder einen Jungen aufnehmen möchte. Das Prinzip bei der Auswahl der Teilnehmer entspricht dem Ziel, dass möglichst jede Schülerin Gelegenheit haben soll, während ihrer Zeit an der Liebfrauenschule an einem Austausch teilzunehmen. Es werden also zunächst Schülerinnen ausgewählt, die noch nicht beim Englandaustausch teilgenommen haben. Sollten Plätze übrig bleiben, werden diese auf die restlichen Bewerber aufgeteilt. Es lohnt sich also auf jeden Fall sich zu bewerben, auch wenn man schon in England war.

In der Regel fahren 25 bis 30 Schülerinnen der 9. und gegebenenfalls auch der 10. Klasse für 10 Tage nach Westfrankreich und nehmen sowohl am Familienleben als auch am Schulalltag teil. Bei den Ganztagesausflügen werden die größeren Städte Nantes und Angers besucht; außerdem geht eine Fahrt in die Bretagne ans Meer. Natürlich wird auch die unmittelbare Umgebung erkundet. Der Besuch des regionalen Marktes sowie ein Loire-spaziergang aber auch eine Stadtrallye stehen meist auf dem Programm. Der Gegenbesuch der französischen SchülerInnen findet mit nicht allzu großem Abstand noch im gleichen Schuljahr statt.

Am Anfang einer Austauschfahrt steht immer eine recht lange Busfahrt. Da wir nach jedem Austausch ein Feedback von den Schülerinnen bekommen, lassen wir sie doch einfach zu Wort kommen:

"Ganz kurz gesagt: super lustig. Da fingen dann die großen Blamagen an. Schade, dass wir keinen Aufenthalt in Paris hatten."

"Vorfreude und Aufregung auf das, was einen in Frankreich erwartet!"

Vorfreude und Angst betreffen natürlich das erste Treffen mit der Gastfamilie. Im Nachhinein kommentieren die Schülerinnen ihre Gastfamilie so:

"Die beste, die man sich nur wünschen kann!"

"richtig nett, super, liebenswert, witzig, einzigartig, unbezahlbar!"

" Freu mich schon meine Austauschschülerin wiederzusehen! Alle waren echt lieb - haben sich richtig um mich gekümmert, haben nur immer zuviel Essen aufgetischt..."

Die Ausflüge nach Angers und Nantes wurden folgendermaßen beurteilt:

"Die Teppiche waren schön aber nicht sehr spannend. Dafür war das Schloss in Angers fotogen."

"Gut, dass wir was alleine machen durften. Angers ist ne süße Stadt, prima Shoppinggelegenheiten! Der Fragebogen im Museum war was langweilig, aber wenigstens auf deutsch."

"Nantes war mit das Beste, weil es da viel zu shoppen und gute Cafés gab. Außerdem fand ich die Geschichte und Bauwerke sehr interessant."

"Nicht so schön, weil es so geregnet hat, aber die Passage Pommeraye war total schön."

Das Highlight ist in der Regel der Ausflug ans Meer. Über die Fahrt in die Bretagne sagen die Schülerinnen:

"Die Bretagne war super schön! Endlich mal klasse Wetter und Meer!"

"Uriger Ort, wo man leider nicht viel machen konnte; dafür aber leckere Crêpes. Die Führung bei Yves Rocher war ok."

Natürlich soll auch Ancenis nicht unkommentiert bleiben:

"Der Ort war ganz schön und die Leute waren auch nett."

"Diese große Markthalle mit Fisch, Fleisch und Käse fand ich total gut."

"Ich mochte die Weinberge, die Felder und die Loire. Also die Umgebung war super..."

Besonders gefürchtet wird das Wochenende mit der Familie, mitunter ohne Möglichkeit sich mit Deutschen auszuquatschen, es sei denn, die Familie organisiert ein Treffen...:

"Dadurch hab ich meine Gastfamilie noch besser kennengelernt und total viel Spaß gehabt!"

"Vorm Wochenende mit denen alleine hatte ich voll Angst, aber dann haben wir immer was zusammen gemacht und das Bowlen am Samstag war super!"

Ursprünglich soll der Austausch hauptsächlich die Kenntnisse in Französisch voranbringen. Wie sieht es denn da mit der Selbsteinschätzung aus?

"Es wurde von Tag zu Tag besser mit dem Verstehen und ich habe mich auch getraut etwas zu sagen. Am Ende habe ich gar nicht mehr aufgehört..."

"Ohne Wörterbuch wären wir alle was verloren gewesen! Aber hat schon gepasst. Zur Not halt mit Händen und Füßen!"

"Seit dem Austausch liebe ich Französisch! Nur können wir kein Englisch mehr!"

Abschließend wurde der gesamte Austausch folgendermaßen beurteilt:

"Der Austausch war gut für mich, weil ich jetzt weiß, dass man vor so etwas gar keine Angst haben muss.

"Super Erfahrung - würd ich jeder Zeit wieder machen".

Silke Molderings

Vom letzten Austausch finden Sie bei unserer Partnerschule zahlreiche Fotos unter folgendem Link: europa.stjosta.net

Es erscheint eine Europakarte, auf der Sie Bonn und dann "Bonn 2009" anklicken. Benutzername ist "Bonn" und das Passwort "2009". Dann klicken Sie auf "Album". Die Bilder von der Feier zum 30jährigen Jubiläum finden Sie unter "30 ans échange".