Abschlussveranstaltung der Junior-Ingenieur-Akademie an der LFS
Am Donnerstag, dem 8.September 2011, beendete eine ca. 2-stündige Veranstaltung unsere erfolgreich abgeschlossene Junior-Ingenieur-Akademie (JIA).
Wir, das sind 21 Schülerinnen der Jgst. 11, die sich vor zwei Jahren für das damals noch ganz neue Projekt angemeldet hatten, sollten nun vor der voll besetzten Aula vorstellen, was genau wir in den letzten zwei Jahren getan hatten, welche Erfahrungen gesammelt wurden, was gut und was vielleicht weniger gut lief. Gekommen waren neben Lehrern, Eltern und Mitschülerinnen aus verschiedenen Stufen auch Vertreter der Telekomstiftung und der Forschungsinstitute, die unser Projekt unterstützten.
Nach der Begrüßung durch unsere Schulleiterin, Frau Lenz, hatten wir die Gelegenheit unsere Arbeit genauer zu erläutern. Hierfür hatten wir uns bereits zuvor in vier Kleingruppen unterteilt, um mit einer PowerPoint-Präsentation je eine der wichtigsten Stationen unserer Projektarbeit vorzustellen.
Den Anfang machte die Präsentation über das Forschungsinstitut Caesar, in dem wir uns mit Simulationen und Elektromikroskopie beschäftigen konnten. In chronologischer Reihenfolge ging es dann mit unserer Zeit im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum und dem sehr zeitintensiven Projekt am Fraunhofer ICT in Karlsruhe weiter. Den Abschluss machte eine Präsentation über die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Remagen (Rhein-Ahr-Campus).
Im Anschluss an die Präsentationen beantworteten wir noch Fragen der Anwesenden, um vor allem der Jgst. 9, die sich z. Zt. für die dritte Generation der JIA an der LFS bewirbt, genauer zu erläutern, was es heißt bei diesem Projekt mitzumachen. Vor allem interessierte die Frage, wie Schule und JIA miteinander vereinbar sind, da das Projekt zum größten Teil parallel zum Unterricht verläuft und wir sogar, im Rahmen des Projektes mit Fraunhofer, eine Woche Aufenthalt in Karlsruhe hatten. Wir waren uns jedoch in diesem Punkt einig, dass es zwar manchmal Anstrengung und auch Opfer forderte, unsere schulischen Leistungen aber ausnahmslos nicht gelitten hatten, vor allem durch die Unterstützung unserer Mitschülerinnen, die für uns mitschrieben und uns bei Fragen zum verpassten Stoff Rede und Antwort standen – an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank .
Das Projekt war für uns alles in allem sehr bereichernd und wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt. Die seltene Chance, bereits während der Schulzeit Einblicke in die Arbeit verschiedener Forschungsinstitute zu erhalten, hat auf jeden Fall Spaß gemacht und den einen oder anderen bei der Berufswahl einen Schritt weiter gebracht. Besonders gut hat uns gefallen, dass keineswegs nur langweiliges und trockenes Wissen vermittelt wurde, sondern dass man durch viele praktische Arbeiten eher nebenbei etwas lernen konnte.
Herr Schlarb, von der Telekomstiftung, beendete den Abend und übergab uns anschließend die Zertifikate.
Wir danken allen, die uns durch ihr Engagement die JIA ermöglicht haben!
Sarah Bönisch, Madeleine Bregulla
Junior-Ingenieur-Akademie im Zeichen von MINT(Mathematik/ Informatik/ Naturwissenschaften/ Technik)
Schule als Zukunftsmodell
Die LFS weitet mit Blick auf G8 (das Erreichen des Abiturs in acht Schuljahren) das Angebot an innovativen Unterrichtsinhalten und Methoden im naturwissenschaftlich-technischen Bereich aus.
Frauen, Technik und Naturwissenschaft – passen prima zusammen!
Um diesem Satz Nachhaltigkeit zu verleihen, haben wir, die Erzbischöfliche Liebfrauenschule, uns diese Devise zu eigen gemacht. Wir fördern daher in den naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern unsere Schülerinnen in besonderem Maße.
Nach intensiver Vorarbeit ist es uns jetzt innerhalb kurzer Zeit gelungen, die Zertifizierung als Junior-Ingenieur-Akademie durch die Telekom-Stiftung zu erlangen.
Die Urkunde wurde im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Forschungsinstitut Caesar durch die Telekom Stiftung verliehen.
Das Projekt „Junior-Ingenieur-Akademie“ ist, neben dem Projekt „Zukunft durch Innovation“, ein besonderer Meilenstein. Damit können wir nun unser ingenieurwissenschaftliches und naturwissenschaftlich-technisches Portfolio erweitern. Damit lassen sich gerade im Bereich der Mädchen innovations- und naturwissenschaftlich-technisches Interesse wecken und fördern sowie Innovationstalente entwickeln. Zusätzlich können die Mädchen einen ersten Überblick über das heutige Anforderungsprofil eines Ingenieurs gewinnen.
Das Bild des Ingenieurs ist einem starken Wandel unterzogen worden. Neben fachlicher Kompetenz, die vorher sehr stark ausgeprägt war, rücken heute die persönliche Kompetenz, die soziale Kompetenz sowie die Management-Kompetenz stärker in den Vordergrund.
Das Ziel der „Junior-Ingenieur-Akademie“ ist die nachhaltige Förderung von Mädchen in den ingenieurwissenschaftlichen sowie naturwissenschaftlich-technischen Berufen.
Das Projekt „Junior-Ingenieur-Akademie“ - kurz JIA - soll hierbei insbesondere Problemstellungen und Lösungsstrategien in der realen Arbeitswelt, insbesondere im ingenieurwissenschaftlichen Umfeld, thematisieren. Hierzu zählen auch die Schulung im Umgang mit modernen Medien, Methodentraining sowie wissenschaftliche Dokumentation und Präsentation.
Neue Lern- und Arbeitsmethoden im Hinblick auf Gruppen- und Projektarbeit sowie selbstgesteuertes Lernen mit Hilfe vernetzter Rechner sind ein weiterer methodischer Schwerpunkt.
Weiterhin sollen die Schülerinnen an grundsätzliche Vorgehensweisen von Wissenschaft und Forschung herangeführt werden.
Die Schülerinnen können so den Weg von der Beobachtung eines Phänomens über Fragestellung und Hypothesenbildung bis zur „vorläufigen“ Beantwortung des wissenschaftlichen Problems nachvollziehen.
Beispielhaft seien hier nur zwei Projektschwerpunkte kurz skizziert:
Simulationen oder Scientific Computing
Diese sind aus der heutigen wissenschaftlichen Forschung wie auch aus ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen nicht mehr wegzudenken. Sie eröffnen einen Zugang zu Bereichen, die für herkömmliche Experimente zu klein oder zu groß, zu schnell oder zu langsam, zu gefährlich oder zu teuer sind.
Simulationsprogramme werden ebenso für spezifische Problemstellungen in der Wirtschaft wie in der Verwaltung genutzt.
Die heutigen Anwendungsfelder sind dabei u.a. Strömungsdynamik, Molecular Modelling, Materialforschung, Ausbreitung von Schadstoffen, Optimierung der Logistik oder die Prüfung von Umweltvorgaben im Planungsbereich der Behörden.
Für die meisten eher unbekannt, ist Scientific Computing von außerordentlicher Bedeutung für die Gesellschaft und ihre Bewältigung der Zukunft geworden.
Die Identifizierung solcher Probleme hat in den USA zu der Bezeichnung „Grand Challenges to Computational Science“ geführt. Dazu zählen heute die Kernfragen aus den Gebieten der atmosphärischen Chemie (Umweltforschung), der Astrophysik, der Molekularbiologie, der Elementarteilchenphysik und der Aerodynamik.
Eine sehr aktuelle Anwendung ist die Computersimulation beim Bau von Offshore-Windparks. Hier werden z.B. Langzeitverformungen der Fundamente simuliert, mit dem Ziel deren Lebensdauer vorherzusagen. So lassen sich wie im Zeitraffer mehrere Jahrzehnte des Betriebs einer Anlage innerhalb weniger Stunden am Rechner abbilden.
TheoPrax
Alle Themen sind kleinste Teilbereiche aus den laufenden Forschungsarbeiten am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal. Alle teilnehmenden Wissenschaftler haben bereits viele Male mit Schülerinnen zusammengearbeitet. Sowohl die Reduktion eines sehr niveauvollen Themas auf den Kenntnisstand der Schülerinnen als auch die ortsferne Vermittlung der Fach-Theorie und des Projektmanagements, die Einbindung in die Praxis durch, wenn möglich, „Vorversuche“ in der Schule sowie die Betreuung im ICT vor Ort bei den Präsenztagen der Schülerinnen im ICT sind bereits in vielen Projekten erfolgreich durchgeführt worden. Alle Themen sind fachlich völlig unterschiedlich und verlangen von den Schülerinnen ein hohes Maß an Engagement und Motivation, sich in die „Welt der Forschung“ einzuarbeiten.
Dies ist nur ein kurzer Einblick in die umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten, die sich den Schülerinnen durch die Junior Ingenieur Akademie bieten.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, werden die Schülerinnen zusätzlich mit hochmodernem Equipment (u.a. High Performance-Rechnern incl. Videoausstattung, Hochgeschwindigkeitsnetzwerk, Implementierung von Videokonferenzen) ausgestattet.
Thomas Heßling








