Austausch mit der St. Paul's Girls' School, London

25 Jahre Austausch mit den „Paulinas“ aus London
Auch der 25. Austausch zwischen der Liebfrauenschule in Bonn und der St. Paul’s Girls‘ School in London ist erfolgreich zu Ende gegangen. 25 englische Mädchen haben eine Woche lang die Gastfreundschaft der Familien ihrer deutschen Partnerinnen genossen, die den Besuch im September erwidern werden. Alle, die am Leben einer Familie in einem anderen Land teilgenommen haben, stimmen darin überein, dass dieses Erlebnis tiefer geht als jede Besichtigung. Beides zusammen muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Der Austausch ist an beiden Schulen ungebrochene Tradition, seit 1986 zum ersten Mal 25 Mädchen aus London, inzwischen auch von uns „ Paulinas“ genannt, am Flughafen Köln mit Spannung erwartet und mit Freude begrüßt wurden. Der Anfang wurde gemacht mit Mädchen im 2. Jahr Englisch, d.h. mit der Sechsten und mit der Achten Klasse. Da St. Paul’s Girls‘ zu den ganz wenigen englischen Schule gehört, die Deutsch als erste moderne Fremdsprache anbieten, hätten die Voraussetzungen nicht besser sein können.
Damals war Bonn noch Hauptstadt, und als der Bus auf dem Weg zum Rhein und nach Maria Laach an der Britischen Botschaft vorbei fuhr, riefen die englischen Mädchen „ Hipp hipp, hurrah“. Inzwischen steht das Haus der Geschichte jedes Jahr auf dem Programm, und was in den ersten Jahren aktuell war, ist jetzt Vergangenheit, die Staunen auslöst. Gleich geblieben sind die Offenheit und das Interesse der Mädchen für Neues, mit dem in Bonn, in Brühl, in Köln, auf der Marksburg intelligente Fragen gestellt werden.
Auch für die begleitenden Lehrer innen wurde - jeweils in der ersten Ferienwoche - der Austausch zu einem besonderen Teil ihres Schullebens. Freundschaften entstanden, die sich über die Jahre vertieft haben. Die Beständigkeit der Vorarbeit, der Organisation und der Durchführung ist ein Verdienst, das einmal Erwähnung verdient. Auf Seiten der Liebfrauenschule hat Frau Jutta Neu-Huppertz den Austausch zwanzig Jahre lang betreut, seit acht Jahren auch Frau Hildegard Over.
Die Kontinuität der gemeinsamen Tradition verkörpert ohne Zweifel Frau Hilary Barker. Sie hat den Austausch als Head of Languages von St. Paul’s durch die Jahre ermöglicht und begleitet. Ihr Schultag an St. Paul’s begann um 7.00h morgens und endete 12 Stunden später. Sie kennt das Rheinland inzwischen so gut, dass sie jede Führung übernehmen könnte. Sie ist nicht nur das beste Beispiel für eine Linguistin, die mehrere Sprachen beherrscht, zugleich ist sie unter ihrem Mädchennamen Davies eine mehrfach preisgekrönte Dichterin, laut einem namhaften Kritiker „eine eigene, klare Stimme, ohne die zeitgenössische englische Dichtung schwer vorstellbar wäre“.
Nach ihrem letzten Schultag am 8. Juli, hat sie den Austausch zum letzten Mal begleitet und wird sich nach ihrer Pensionierung weiteren geschichtlichen und literarischen Forschungen zuwenden und sich der Dichtung widmen.
Sie hat bei 25 Generationen Schülerinnen allein durch den Austausch viel bewirkt. Wir danken ihr.
Hildrun Menden
Die LFS Bei St. Pauls´s: 20 Schülerinnen besuchen ihre Austauschpartnerinnen in London
Der erste Teil des diesjährigen London-Austauschs liegt schon hinter uns: Vom 10.-15. September 2011 besuchten 20 Schülerinnen der Klassen 7a, 7b und 8c in Begleitung von Frau Over und Frau Hilker-Schäfer ihre Austauschpartnerinnen in London. Der Kontakt mit den Partnerinnen war schon vor den Ferien per E-Mail aufgenommen worden, so dass die Mädchen sich nicht mehr ganz so fremd waren. Dennoch war die Aufregung vor der ersten persönlichen Begegnung groß, denn es ging sofort ins Wochenende mit den Gastfamilien. Als sich die LFS-Schülerinnen am Montag wiedersahen, gab es viel zu berichten über Unternehmungen mit der Gastfamilie, exotisches Essen, kleine Heimwehattacken und erfolgreiche Verständigungen in der Fremdsprache.
Die weiteren Tage verliefen wie im Fluge, da sie mit einem straffen Programm an Besichtigungen gefüllt waren. Für die reibungslose Organisation bedanken wir uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Team von St. Paul’s. Nun warten die LFS-Schülerinnen auf den Gegenbesuch ihrer Partnerinnen, der vor den Osterferien stattfinden wird.
Nachfolgend haben zwei Teilnehmerinnen des Londonaustauschs ihre Eindrücke festgehalten:
Um nach London zu kommen, mussten wir 20 Mädchen uns am Samstagmorgen um 05.00 Uhr am Flughafen Köln-Bonn treffen. Das war ganz schön früh. Um 07.05 Uhr ging dann der Flug. wir waren um 08.00 Uhr mit Zeitverschiebung am Airport in London. Mit dem Bus fuhren wir zur Schule, der „St. Paul’s Girls’ School“, wo wir um 09.30 ankamen. Uns kam die Fahrt wie eine Ewigkeit vor, denn wir wollten endlich unsere Austauschpartner kennenlernen. Vor der Schule warteten unsere Austauschschüler auf uns. Wir alle waren sehr aufgeregt. Schließlich kannten wir uns noch nicht. Und so waren die meisten von uns doch etwas nervös, als wir zu unseren Gastfamilien nach Hause fuhren, um dort das Wochenende zu verbringen.
Am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nahmen uns die Paulinas, so heißen die Schülerinnen von St. Paul’s, morgens mit zu ihrer Schule. Die St. Paul’s School ist sehr groß, in der Aula gibt es sogar eine riesige Orgel. Es gibt einen Konzertsaal, eine Theaterbühne und viele Möglichkeiten Sport zu treiben. Aber am meisten haben wir uns über die kleinen Klassen gewundert. In den Klassen unserer Austauschpartnerinnen waren meistens nur 10 Schülerinnen.
Von Montag bis Donnerstag machten wir unsere Ausflüge, z.B. zum London Eye – das fast allen, so glauben wir, am besten gefallen hat - oder nach Greenwich. Bei unseren Ausflügen machten wir viele Fotos oder drehten Filme. Da wir alle English Pound (die Währung in England) hatten, kauften wir uns Andenken für uns und unsere Familien. So gingen wir in fast jeden Souvenirladen. Die Ausflüge endeten um 16.00 Uhr. Um diese Zeit waren wir dann wieder in der Schule zurück. Unsere Austauschschülerinnen holten uns ab und ab dann verbrachten wir den Tag mit ihnen und ihrer Familie.
Als wir am Donnerstag wieder nach Hause fuhren, waren alle traurig. Wir freuen uns aber schon sehr auf den Rückbesuch in Bonn.
Samira und Celine, 7b
Stimmen zur Londonfahrt:
„Ich fand das Programm sehr gut, wir haben viele Sehenswürdigkeiten gesehen.“ (Rebecca, 8c)
„Es war anstrengend, die ganze Zeit Englisch zu sprechen.“ (Maike, 7a)
„Die Ausflüge waren interessant. Alle!“ (Marie, 7a)
„Es war aufregend, in der Familie Englisch zu sprechen.“ (Alena, 7a)
„Ich freue mich auf den Gegenbesuch meiner Austauschpartnerin.“ (Fastrada, 7a)
„Meine Familie war eine traditionell indische Familie und manche Traditionen waren fremd für mich.“ (Rebecca, 8c)
„Alle Engländerinnen waren sehr freundlich und hilfsbereit und haben sich sehr für uns und unsere Schule interessiert.“ (Johanna, 8c)
Informationen zur Schule:

St Paul´s Girls´ School in London-Hammersmith gilt als eine der besten Mädchenschulen Englands (private Tagesschule ohne Internat, Schulgeld ). Im ,,Daily Telegraph Education Magazine" vom 2.1o.96 wurde die St. Paul´s Girls´ School sogar als die beste Schule Englands bezeichnet. Zurückzuführen sei dies auf ,,ausgezeichnete Schüler, gute Lehrer sowie auf die Unterstützung der Eltern“. Die Schule umfasst ca. 640 Schülerinnen sowie 90 Lehrer. Trotz der recht hohen Schulgebühren bewerben sich jährlich mehr als 300 Schülerinnen um einen der 88 freien Plätze, wobei die Bewerberinnen strenge Interviews und drei Eingangsprüfungen absolvieren müssen. Später werden sie in Klassen von ca. 22 Schülerinnen lernen. Viele Absolventinnen der St. Paul´s Girls´ School besuchen nach ihrem A-Level ( entspricht unserem Abitur ) so renommierte Universitäten wie Oxford oder Cambridge.

Austausch: Aufenthaltsdauer, die sich bewährt hat, eine Woche. Gruppengröße: ca. 30 Schülerinnen aus den Klassen 7 und 8. Grundlage des Besuchs: gegenseitige Gastfreundschaft, d.h. die Mädchen leben in den jeweiligen Familien, sie benötigen lediglich Fahr- und Taschengeld.
Besuch und Gegenbesuch sind als Grundlage für weitere, private Kontakte gedacht; eine Absicht, die sich im Laufe der Jahre nicht nur auf Schülerebene- vielfach erfüllt hat. Es gibt auch Freundschaften zwischen den jeweiligen Elternpaaren und zwischen den betreuenden Lehrerinnen.
Durchführung: Einblicke in englisches Alltagsleben, in die Kultur sowie in das Schulwesen sollen möglich werden. Außerdem erfolgt eine Begegnung der deutschen Schülerinnen mit den aus den Schulbüchern bekannten Sehenswürdigkeiten Londons (Houses of Parliament, St. Paul´s Cathedral, Westminster Abbey, National Gallery, Museum of London, Tower of London, Trafalgar Square, Buckingham Palace etc.). Im Umland werden besucht: Leeds Castle, Rochester (Ch. Dickens ), Bath etc. Einblicke in den englischen Schulalltag werden geboten durch die Teilnahme an der vor dem Unterricht stattfindenden Assembly, der Teilnahme an Unterrichtsstunden sowie der Teilnahme am ,,lunch break".


